• Rezension

    Plastic Memories Vol. 1

  • 30.03.2017 - 23:36 Uhr

    Wichtig: Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass mir das Rezensionsmaterial, also die Blu-ray-Edition von Plastic Memories - Vol. 1, freundlicherweise direkt von peppermint Anime zur Verfügung gestellt wurde. Dennoch werde ich die Rezension unvoreingenommen und kritisch angehen, in der Hoffnung euch ein reales Bild von der tatsächlichen Qualität aufzeigen zu können.

    Wie würdest du dein Leben leben, wenn du genau wüsstest wann du sterben musst?

    Plastic Memories (プラスティック・メモリーズ) ist der nächste Titel im Genre Romantik bei peppermint Anime und stammt von Doga Kobo Inc., einem nicht ganz unbekannten Studio. So war dieses unter anderem für die Anime-Umsetzungen von Myself; Yourself, 11eyes und Love Lab verantwortlich. Plastic Memories erschien ursprünglich in der Spring-Season 2015 in Japan und besteht aus 13 Folgen.

    Ob ein physisches Release geplant war, kann nur gemutmaßt werden, denn hauptsächlich darf man dieses wohl einem Publikumsvotum zuschreiben, das von Plastic Memories gewonnen wurde. Und das Release ist gewissermaßen auch eine Premiere, denn es ist der erste peppermint Anime Titel, der von dem Studio Majestix Worx UG synchronisiert wurde. Gerade durch die Qualität der vergangenen Releases ist die Erwartungshaltung entsprechend hoch, doch kann auch dieses Studio überzeugen?

    Unboxing

    Story

    Giftias sind Androiden, die vom Menschen kaum zu unterscheiden sind, doch haben sie einen gewaltigen Design-Fehler: Ihre reguläre Funktionsdauer beträgt nur 81920 Stunden, oder grob 9 Jahre und 4 Monate. Wenn sie diese Spanne überschreiten kommt es zu einem Software-Fehler und sie werden unberechenbar. Deshalb werden sie auch vor Ablauf des Limits durch den Terminal Service One wieder eingesammelt, einer Abteilung der SAI Corp. (Sion Artificial Intelligence Corporation), dem Hersteller dieser Androiden.

    Der 18 Jährige Tsukasa Mizugaki hat die Eintrittsprüfung für die Universität nicht bestanden, doch nur Bekanntschaften gerät er an eine Stelle bei eben diesem Terminal Service One. Ohne Vorwissen lässt er sich nun auf diese Arbeit ein und muss schnell feststellen, dass dies doch nicht ganz so einfach ist, wie er ursprünglich dachte. Denn statt einfach nur Gebrauchsgegenstände sind Giftias Familie, Freunde, gar Liebhaber - oder kurz: Unersetzbare Wegbegleiter.

    Auch er bekommt eine Wegbegleiterin an die Seite gestellt, die ihn bei seiner Arbeit unterstützen soll. Isla ist ein hübsches junges Mädchen, aber schon eine Veteranin auf dem Gebiet und bringt somit einiges an Erfahrung mit. Doch wie erwartet ist sie eine Giftia und entsprechend neigt sich langsam, aber sicher, ihre Zeit dem Ende zu.

    Erscheinungstermine Deutschland

    Vol. 1 – 24. Februar 2017
    Vol. 2 – 28. April 2017

    Die Verpackung / Hülle

    Beim Design der Hülle hat man sich stark am japanischen Original-Release orientiert. Sowohl die Front des Schubers, als auch das Design des Wende-Covers, der eigentlichen Blu-ray Hülle, sind ohne große Abwandlungen übernommen worden.

    Der grüne FSK-12 Aufkleber auf der Front lässt sich ohne weitere Komplikationen entfernen und offenbart den freien Blick auf ein schönes Bild von Isla.

    Das Bild fasst ihren anfänglichen Charakter gut zusammen. Der etwas leere, gar Cyborghafte Blick, die umklammerte ID, im Hintergrund das Riesenrad, alles wird im Laufe des Anime eine gewisse Relevanz einnehmen. Allgemein ist es ein ruhig anmutendes Bild, das etwas verträumt wirkt.

    Auch der Untertitel auf der Front wurde übersetzt, so steht unter Plastic Memories klein: "Er hofft, dass diese Erinnerung an die Liebe wahr ist. Sie hofft, dass diese Liebeserinnerung sie täuscht."

    Während die Rückseite durchaus aufgeräumt wirkt und so schon einige Pluspunkte sammeln kann, fällt hier auf den ersten Blick ein altes Problem von Peppermint Anime Releases auf: Die Lesbarkeit ist bescheiden! Weiße Schrift auf einem teilweise fast weißen Hintergrund mit dunklen Abschnitten wirkt sehr unruhig. Wie ich es schon öfter angemerkt habe, würde hier einfach eine dunkle Farbfläche und notfalls mit einer leichten Transparenz, dass der Hintergrund durchscheint, wahre Wunder bewirken!

    Ansonsten findet man 4 Screenshots, die zwar farblich wunderbar zum gesamten Design passen, aber leider sehr zufällig gewählt sind, da sie teilweise auch aus Episoden stammen, die nicht auf dieser Volume enthalten sind.

    Alles in Allem ist es wieder ein schönes Schuber-Design, mit einer leider eher mäßig durchdachten Rückseite.

    Das Design der eigentlichen Blu-ray Hülle könnte kaum einfacher sein: Auf der Front des Wendecovers ist ein Bild von Michiru und ihrem Terminal One Giftia-Partner Zack, das die beiden zeigt wie sie in den Sonnenuntergang schauen.

    Oben findet sich entsprechend noch einmal das Logo inkl. dem diesmal kaum lesbaren "Untertitel"!

    Auf der Rückseite findet man dann nochmal ein Bild von Tsukasa und Isla im Regen vor, auf dem Tsukasa sie abstützt. Es stammt übrigens aus einer Szene die im Anime vorkommt.

    Als Besonderheit ist hier auch die Trackliste für die beigelegte Soundtrack-CD aufgedruckt, denn dieser kommt diesmal nicht in einer extra Papp-Hülle wie bei Shigatsu wa kimi no Uso - sondern ist fester Bestandteil der eigentlichen Hülle. Das mag zwar einigen Leuten missfallen; als Sammler finde ich das allerdings sehr praktisch, da ich so nicht irgendwo noch Platz für eine extra Papphülle finden muss, die mutmaßlich sowieso nur alle paar Jahre gesucht wird.

    Insgesamt weiß die Wahl der Bilder zu gefallen - und der Text der Trackliste ist gut lesbar.

    Öffnet man nun die Blu-ray Hülle, erwarten einen die eigentliche Blu-ray, auf der noch einmal das Frontbild abgedruckt ist, die Soundtrack CD mit 15 Titeln und ein Coupon mit dem Streaming-Code für die enthaltenen Folgen, bei der Hauseigenen Streaming-Plattform Akibapass.

    AkibaPass: Streaming-Code

    Mit seinen neuen Releases legt peppermint Anime auch jeweils einen Gutschein-Code für seine Streaming-Plattform AkibaPass.de bei. Allerdings erhält man, zumindest vorerst nicht die deutsche Dub, sondern nur Zugang zum Original mit Untertitel (OmU).

    Eine Anmeldung auf der Plattform ist schnell erfolgt. Sie ist kostenlos und man erhält sogar einen Monat Bezahl-Mitgliedschaft gratis (Neukunden). Diese ermöglicht es euch auf einen großen Teil des Akiba-Pass Portfolios zuzugreifen und viele der angebotenen Anime kostenlos zu streamen.

    Die beigelegten Coupon-Codes sind bis zum 28.02.2019 gültig. Sobald sie eingelöst wurden, bleiben die jeweiligen Anime auf unbestimmte Zeit in eurer Bibliothek und lassen sich jederzeit (mit einer Internetverbindung) abrufen, oder downloaden - um sie dann auch offline anzuschauen.

    Soundtrack / Ton

    Tracklist Soundtrack Vol. 1 (dt. Version)
    1. Memories
    2. Tsukasa
    3. Office Tohoho ...
    4. Terminal Service
    5. Dotabata Days
    6. Isla
    7. Tea Break Mission
    8. Bye
    9. Accident
    10. Hi, there
    11. Honest
    12. Hell No
    13. Uneasy
    14. What do you say?
    15. again & again

    Synchronisation

    Im Vorfeld gab es einige Diskussionen und negative Stimmen, insbesondere nach dem die Sneak Preview auf Ninotaku erschienen ist. Doch finde ich diese nur teilweise berechtigt...

    Cast
    Isla – Dina Kürten
    Tsukasa Mizugaki – Marco Sven Reinbold
    Michiru Kinushima – Pirkko Cremer
    Zack – Christina Puciata
    Kazuki Kuwanomi – Sabina Godec
    Yamanobe – Dirk Hardegen
    Ren Kawarake – Matthias Keller
    Constance – Peter Lehn
    Yasutaka Hanada Gilles Karolyi
    Sherry – Aimi Terakawa – Gisa Bergmann

    Neben dem asynchronen Charakter mancher Szenen, die aber sicher auch durch eine schwierige Übersetzung entstanden sind, wurde insbesondere die Stimme von Isla gerügt. Dina Kürten, die im Übrigen auch Elsa in "Die Eiskönigin - Völlig Unverfroren" gesprochen hat, macht hier einen teils zu monotonen, für viele Fans auch zu alten, Eindruck. Doch im Gegensatz zu diesen, sehe ich diese Interpretation von Isla nicht unbedingt als negativ an: Sie ist anders als ich das durch die japanische Synchronisation erwartet hätte.

    Ich denke eines der Probleme ist die durchgängig hohe Qualität anderer Releases aus gleichem Hause. Da ist solch eine Vertonung mit teils stark variierenden Individual-Leistungen der Sprecher etwas enttäuschend, denn diese reichen von sehr gut, bis befriedigend.

    Doch gerade bei Synchronisationen scheiden sich bekanntlich in der Fangemeinde die Geister - und damit ihr euch einen besseren Eindruck, oder eher einen eigenen Eindruck verschaffen könnt, ob euch diese Synchronisation stört, findet ihr hier die Ninotaku Sneak-Preview der ersten Folge.

    Preis / Leistung

    Auf Amazon ist die BD derzeit für 41,99€ gelistet, die DVD für 44,99€. Dafür bekommt man 6 Episoden, einen Teil des Soundtracks und den Streaming-Code für Akiba Pass.

    Es ist immer eine Frage der Perspektive. Der Preis ist nicht niedrig, aber wenn man die Extras mag und gut findet, bekommt man für das Geld doch einiges geboten. Und andererseits erhält man bei der Konkurrenz teilweise Anime in 3 Episoden Stückchen, für 25 Euro pro Volume, ohne jegliche Extras.

    Übrigens: Wer nun auf ein günstiges Release durch Amerika, oder Großbritannien hofft, wird enttäuscht. Soweit meine Recherchen ergeben haben, sollte zwar ein Release auf der Insel, im Jahr 2016 erfolgen, aber wurde das bisher nicht weiter verfolgt und in Amerika wurde der Anime nur mit Untertiteln auf Crunchyroll gestreamt.

    Fazit zum deutschen Release: "Plastic Memories - Vol. 1"

    Während die Synchronisation ein Thema für sich ist und die Rückseite der Blu-ray mich auch nicht in allen Punkten überzeugen konnte, können wir uns freuen, dass Plastic Memories Vol. 1 für peppermint Anime kein "Wegwerf"-Release war!

    Ich denke durchaus, dass Mühe in die Aufbereitung des Produkts geflossen ist, selbst wenn man hier nicht in allen Punkten die gewohnte Qualität erreicht hat. Und wenn man sich andere Länder anschaut, in denen ein physisches Release mutmaßlich nicht mehr stattfinden wird, ist das zumindest etwas.

    Diese Blu-ray ist nicht nur etwas für Fans der Serie, sondern insbesondere auch für solche die es werden wollen. Durch den Soundtrack und den Streaming-Code erhält man einen echten Mehrwert. Und wenn man die originale Synchronisation nicht kennt, wird man diese mutmaßlich auch weniger vermissen. Schaut euch sicherheitshalber aber vorher noch die erste Folge auf Ninotaku an... Aber: Von mir gibt es, insbesondere für Sammler eine Kaufempfehlung und werde ich mir auch im kommenden Monat die Vol.2 auf eigene Kosten bestellen, da ich solch ein "exotisches Release" gerne unterstützen möchte.

    Fazit zu Plastic Memories

    Selbst wenn das auf den ersten Blick etwas hart anmutet, aber der Anime kommt nie über den Charme eines B-Anime hinweg. Doch das ist nicht schlimm, wirklich nicht...

    Bei der Story wurde die Thematik des Todes gekonnt kaschiert, vielleicht gar verharmlost. Statt einer schweren Krankheit eines geliebten Menschen, wird diese Rolle durch einen Androiden übernommen, der seine Erinnerungen verliert... Einem Ding. Doch was man hier sieht, kann man in mehrerlei Hinsicht interpretieren - so ist eigentlich das Schicksal das Tausende Menschen teilen, z.B. durch eine schwere Krankheit, oder aber kann es auch ein Wink auf die Zukunft sein; Probleme mit der Liebe zwischen Mensch und Maschine, die wir heute noch nicht kennen - und verstehen... Doch war so etwas kompliziertes wirklich die Intention des Anime? Vielleicht...

    Denn natürlich kann man jetzt auch einfach die Keule schwingen und sagen, dass es sich abgesehen von dem Thema, um einen typischen Romanze-Anime mit den üblichen Flags handelt: Tsukasa ist der typische, etwas tollpatschige, aber gutherzige Protagonist. Isla ist auch eine Standard-Love Interest ohne besonders hervorstehende Eigenschaften, aber eben auch nicht im negativen Sinne... Michiru ist die typische flachbusige Tsundere, Zack der typische Shotacon, Kazuki der typische gut bestückte große Schwester-Typ, usw... Ja der ganze Cast ist absoluter Standard! Wenn ich jetzt noch schreibe, dass es auch eine Fanservice-Episode gibt - ich denke spätestens dann ist klar mit welcher Gattung Anime man hier rechnen kann.

    Aber ist das denn so schlimm? Ich denke nicht! Es handelt sich um einen sehr guten Anime für Zwischendurch, der aber auch etwas zum Nachdenken anregen soll. Meiner Meinung nach ist Plastic Memories einer der besten B-Romantik-Anime und auf jeden Fall sehenswert, zumindest wenn man etwas mit dem Genre anfangen kann.

  • Quelle:
    Autor: zomg
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