• Vom Mädchen das nicht mehr sprechen darf...

    Rezension: The Anthem of the Heart

  • Worte können die Welt verändern, sowohl positiv, als auch negativ - und zurücknehmen kann man sie nicht.
  • 14.11.2016 - 10:23 Uhr

    Wichtig:Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass mir das Rezensionsmaterial, also die Blu-ray-Edition von The Anthem of the Heart, freundlicherweise direkt von peppermint Anime zur Verfügung gestellt wurde. Dennoch werde ich die Rezension unvoreingenommen und kritisch angehen, in der Hoffnung euch ein reales Bild von der tatsächlichen Qualität aufzeigen zu können.

    Übersicht

    1. Unboxing
    2. Über den Anime
    3. Story
    4. Vertonung
    5. Verpackung / Medium
    6. Fazit
    7. Nachbetrachtung: Anime-Analyse
    8. Gewinnspiel (bis 18.11.)

    1. Unboxing

    2. Über den Anime

    Von den Machern von Anohana erscheint mit "The Anthem of the Heart" ein weiteres ausgeklügeltes Jugenddrama, das nicht umsonst schon mehrere internationale Preise gewonnen hat.

    Der Anime-Film wurde im September 2015 in Japan unter dem Titel "心が叫びたがってるんだ。" veröffentlicht.

    In Deutschland ist der Anime ab sofort unter dem Titel "The Anthem of the Heart" als Blu-ray und DVD inkl. einer deutschen Synchronisation, erhältlich und wird hierzulande von peppermint Anime vertrieben.

    3. Story

    Worte können die Welt verändern. Sie können Liebe, Zuneigung, Freude und Trauer ausdrücken, aber auch Hass und Unheil sähen.

    Jun ist ein aufgewecktes junges Mädchen, das den Mund nicht halten kann. Was sie denkt, das sagt sie auch…

    Eines Tages sieht sie ihren Vater, wie er mit einer fremden Frau aus einem Schloss gefahren kommt und muss dies voller Begeisterung ihrer Mutter erzählen. Doch diese bricht zusammen und kurze Zeit später trennen sich die Eltern. Ihr Vater verabschiedet sich von Jun mit den Worten „Du bist schuld“… Denn was sie nicht wusste, war, dass es sich bei dem Schloss um ein Love-Hotel handelte.

    Jun ist zutiefst gekränkt und rennt in ihrer Verzweiflung davon, dabei trifft sie auf einen Ei-Prinzen. Doch selbst dieser nennt sie eine Plapperlise und versiegelt ihren Mund.

    Die einst so energiegeladene Jun zieht sich immer weiter zurück. So vergehen die Jahre und die Menschen um sie herum, wenden sich von ihr ab.

    Doch eines Tages werden sie und drei ihrer Klassenkameraden dazu auserkoren das Planungskomitee für ein Schulfest zu stellen. Schlimmer noch, die vier sollen ein Musical auf die Beine stellen.

    4. Vertonung

    Clip Originalton

    Vertonung Deutsch

    Die meisten Stimmen sind passend. jedoch ist das Casting der älteren Jun subjektiv nicht ganz gelungen, zwar nicht wegen ihrer Leistung als Synchronsprecherin, diese ist wirklich gut, sondern als Sängerin. Denn die Jun in der japanischen Originalfassung kann tatsächlich singen. Doch war man sich dieser Tatsache bewusst und so wurde das Lied am Ende des Anime auch im japanischen Original belassen, statt dass man es neu aufgenommen hätte. In diesem Fall wohl eine gute Wahl.

    Vertonung Japanisch

    Die japanische Variante weiß, wie bei solch einem bekannten Projekt üblich, durch einen hochwertigen Cast zu überzeugen. Die musikalische Untermalung ist stimmig, fühlt sich häufig etwas Amateurhaft an, was aber bei solch einem Schul-Musical dazu passt. Es ist vielleicht kein Soundtrack zum immer wieder anhören, aber im Film kann er durchaus überzeugen.

    5. Verpackung / Medium

    Weg von den stilisierten DVD und Blu-ray Boxen - hin zur Standard-Box.

    Peppermint Anime ist bekannt dafür mit seinen Covern und Hüllen auch mal Experimente zu wagen. Der neueste Versuch geht weg von den unterschiedlichen Hüllen und Varianten, mehr hin zu einer blauen Standard-Plastik-Blu-ray Hülle, die aber weiterhin in einem Schuber daherkommt. So wirkt die Hülle zwar stabiler, ist aber breiter als die alten Releases - und das Blau mutet auch etwas billig an.

    Die Front des Schubers ziert ein Bild von Jun im Klassenzimmer, mit einer Information, dass der Anime den Publikumspreis beim peppermint Anime Festival 2016 erhalten hat. Auf der Rückseite findet man eine kurze Beschreibung der Story, die wichtigsten Informationen zum Medium, sowie ein Bild vom Ei-Prinzen. Allgemein ist der Text gut lesbar. Im Schuber findet sich entsprechende blaue Hülle, in der wiederum der Streaming-Coupon, sowie das Medium enthalten sind. Für Unboxer etwas unglücklich ist, dass der Coupon-Code nicht auf der Rückseite steht.

    Blu-ray Bonus-Inhalte: Streaming-Version Inklusive!

    Mit seinen neuen Releases legt peppermint Anime auch jeweils einen Gutschein-Code für seine Streaming-Plattform AkibaPass.de bei. Allerdings erhält man, zumindest vorerst nicht die deutsche Dub, sondern nur Zugang zum Original mit Untertitel (OmU). Dies soll sich jedoch noch ändern, ein Termin wurde jedoch leider nicht genannt.

    Eine Anmeldung auf der Plattform ist schnell erfolgt. Sie ist kostenlos und man erhält sogar einen Monat Bezahl-Mitgliedschaft gratis. Diese ermöglicht es euch auf einen großen Teil des Akiba-Pass Portfolios zuzugreifen und viele der angebotenen Anime kostenlos zu streamen.

    Die beigelegten Coupon-Codes sind bis 2018 gültig. Sobald sie eingelöst wurden, bleiben die jeweiligen Anime auf unbestimmte Zeit in eurer Bibliothek und lassen sich jederzeit (mit einer Internetverbindung) abrufen, oder downloaden - um sie dann auch offline anzuschauen.

    Auf Anfrage wurde von peppermint Anime bestätigt, dass es sich vorerst um eine Promotion-Maßnahme handelt, jedoch hält man sich offen, dies als dauerhafte Dreingabe bei seinen Releases beizubehalten. Dies wäre durchaus wünschenswert, da es sich aus meiner Sicht um einen echten Mehrwert handelt.

    Das Creditless Ending das den zweiten Bonus-Content ausmacht, kann man in diesem Fall leider getrost übersehen - denn der Ending-Screen macht ohne das Credit-Roll nicht besonders viel her, aber "it's something, I guess".

    6. Fazit

    Wertung: 8.6 / 10

    Wirklich schöne Zeichnungen, ein ansprechendes Charakterdesign, eine interessante Story und etwas Gesellschaftskritik, der Anime muss perfekt sein!

    Nein, bei weitem nicht. Wer Action sucht, oder schnelle Story-Entwicklung mag, der wird enttäuscht. Der Anime nimmt sich viel Zeit seine Charaktere aneinander heranzuführen. Prinzipiell hätte man ihn wohl auch in 40 Minuten zusammenfassen können, ohne wichtige Elemente auszulassen.

    Aber das ist rein subjektiv, objektiv betrachtet haben die Macher versucht viele Elemente in diesem Anime zu verarbeiten und das Vorhaben ist ihnen gelungen. Gerade dadurch dass der Anime nicht überstürzt ist, hat man Zeit eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen.

    Das deutsche Release ist wirklich gut gelungen. Die Vertonung weiß zu gefallen, auch dass man die Schwächen seines eigenen Casts erkannt hat und nicht versucht hat das Abschluss-Lied auf Deutsch neu aufzulegen, ist positiv. Auch der Preispunkt ist OK. Mit knapp 16 Euro für die DVD und 18 Euro für die Blu-ray ist der Anime, für eine Neuerscheinung, fair platziert worden.

    7. Anime-Analyse: Ein kleiner Logikfehler, der keiner ist

    Wenn man die Reaktionen zu The Anthem of the Heart auf diversen Plattformen verfolgt, kommt eine Frage immer wieder auf: "Warum hat Jun Schuldgefühle, sie hat ja nichts falsches getan"

    Natürlich kann Jun herzlich wenig dafür, dass ihr Vater fremdgeht. Doch als Kind sieht und versteht man die Welt eben anders. Und wenn niemand ihr erklärt was passiert ist, nimmt das Schicksal seinen lauf. Doch selbst wenn man Juns Verhalten, bzw. psychologische Situation mit dieser Erklärung nachvollziehen kann, ist es schwierig diese auch auf ihre unmittelbare Umwelt anzuwenden. Dass die Mutter sich einfach so damit abfindet, dass ihre Tochter auf einmal nicht mehr spricht, scheint etwas befremdlich, oder?

    Aber ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht. Neben dem kulturellen Unterschied, dem Fakt dass sie von heute auf morgen alleinerziehend ist, sticht insbesondere eine Charaktereigenschaft der Mutter hervor, die diese Situation erklärt und auch nicht mehr so absurd wirken lässt: Sie ist sehr auf ihre eigene Position, ihr Ansehen in der Gesellschaft fixiert.

    Als Jun ihr von dem Erlebnis am Schloss erzählt, sind ihre Worte: "Sag das niemandem weiter und sprich nie wieder darüber". Auch im späteren Verlauf lügt sie z.B. die Großeltern von Takumi an und erzählt ihnen von einer ganz anderen Jun, die aufweckt und eine Plapperlise ist. Solche Situationen verteilen sich über den ganzen Anime. Würde solch eine Person sich eingestehen, dass sie versagt hat? Würde sie mit ihrem Kind zum Psychiater gehen? Die Mutter meidet alles was sie in ein schlechtes Licht rücken würde, verhüllt dadurch ihr mangelndes Selbstbewusstsein, die fehlende Stärke.

    Es ist nicht so, dass sie ihre Tochter nicht liebt, nur kann sie selber mit der Situation nicht umgehen, nicht mit Jun auf der selben Ebene kommunizieren.

    Es ist ein schwieriger Umstand, der Insbesondere in Japan keine Seltenheit ist. Bei solch einer auf Umgangsformen fixierten Kultur, ist diese Charaktereigenschaft weit verbreitet. Subtil versucht der Anime somit nicht nur zu unterhalten, sondern möchte auch auf diverse Missstände hinweisen, zum Nachdenken anregen.

    8. Gewinnspiel* - 1 Jahr Animize auf YouTube

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    Noch bis zum 18. November könnt ihr auf dem YouTube-Kanal von Animize 1x The Anthem of the Heart gewinnen. Weitere Informationen findet ihr in dem folgenden Video: https://www.youtube.com/watch?v=CDC0gEQuJeY

    *Dieses Gewinnspiel steht in KEINEM Zusammenhang mit Facebook, Twitter, YouTube, oder peppermint Anime, sondern wird ausschließlich von Animize.EU veranstaltet und finanziert.

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  • Quelle: Animize
    Autor: zomg
  • Benutzermeinung: 100% Hilfreich
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